Kloster Chorin

Geschichte, Geist und Gegenwart

 

 

 

Die stummen Frösche von Chorin 

Jedes Zisterzienserkloster war ein Ort der Stille. Alle Handlungen hatten ruhig und gemessen zu erfolgen. Die Mönche unterlagen dem Schweigegebot.

Frosch

Kein unnützes Geschwätz sollte die Brüder in ihrer Andacht, in der Konzentration auf Gebet und Arbeit ablenken. Um notwendige, meist die Klosterwirtschaft betreffende, Informationen auszutauschen, gab es jeweils im Ostflügel einen gesonderten Raum - das Auditorium.

So kam es vor, dass Teile der Klosteranlage, die stark baufällig waren und deren Erhalt zu teuer schien, abgerissen wurden.

Amtssee

Hier wurde jedem Mönch am Morgen die Arbeit für den Tag zugeteilt. Mönche, die sich nicht an die Verpflichtung zum Schweigen hielten, mussten mit Bestrafungen rechnen.

Doch wie schützten sich die Brüder vor den vielfältigen Geräuschen, die von außen in die Klosteranlage drangen und die Ruhe störten?

Tagpfauenauge

Eine Sage, die übrigens auch für das Kloster Sittichenbach überliefert ist, gibt darüber Auskunft. Der Legende zufolge nämlich sollen die Frösche im Amtssee, dem damaligen Chorinsee, nicht quaken.

Die Mönche, so wird erzählt, fühlten sich durch das ständige Gequake der Frösche bei der Andacht belästigt.

Tierfries (Fuchs und Hase) am Brauhaussüdgiebel

Deshalb schlossen sie in ihr Gebet die Bitte ein, die Frösche mögen verstummen und so geschah es auch. Einer anderen Version zufolge verdammte ein Mönch die Frösche, um seine Ruhe und Beschaulichkeit zu finden.

Diese Legende beschreibt weit mehr als ein biologisches Phänomen.

Parsteinsee

Vielmehr erhellt sie etwas über die Religiosität im Mittelalter und auch über das Verhältnis der Bevölkerung zu den Mönchen in der weißen Kutte. Mächtig und einflussreich waren die Priester.

Die Landschaft der Umgebung hatten sie nach ihren Bedürfnissen geformt, die Bauern unterlagen zumeist ihrem Willen, warum sollten sie da keine Macht über die Tiere haben.

Parsteinsee

Heute dürften aber eher Autolärm und Abgase von der Bundesstraße an der Ostseite des Amtssees den Fröschen dort das Quaken vergehen lassen. 

Im dichten Bewuchs, im Sumpf und Schilf an der Nordseite des Sees dagegen leben viele Frösche. Dort scheint ihnen das Liebesspiel und damit auch das Gequake in lauen Sommernächten weiterhin Spaß zu machen. Man muss es nur zu hören verstehen.

 

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