Kloster Chorin

Geschichte, Geist und Gegenwart

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Der Amtmann von Chorin - nur eine Sage? 

Das Kloster Chorin wurde 1542 aufgelöst und später in ein landwirtschaftliches Domänenamt umgewandelt.

Detail der Grabumzäunung

Die Pächter bewirtschafteten die ehemaligen Klosterländereien und nutzten die Gebäude als Stallungen und Lagerräume. Erhaltung und Reparatur von Gebäuden erfolgte zu dieser Zeit nur unter dem Gesichtspunkt der Zweckmäßigkeit und Nutzbarkeit.

So kam es vor, dass Teile der Klosteranlage, die stark baufällig waren und deren Erhalt zu teuer schien, abgerissen wurden.

Nordseite Kloster Chorin 1854 (Lithografie von Brecht)

Aus dem Jahre 1769 ist der Verkauf von Abriss-Steinen aus Klostergebäuden überliefert. Der wenig pflegliche Umgang mit der historischen Bausubstanz fand sogar in einer Sage seinen Niederschlag.

So wird berichtet, dass ein Amtmann sein Geld verschwenderisch durchbrachte. Zur Auffrischung seiner Kasse ließ er deshalb wertvolle Gewölbeteile abreißen und verkaufte die Steine nach Berlin.

Der Friedhof am Kloster Chorin

Da er gewalttätig war, traute sich niemand, ihm entgegenzutreten. 

Unter den Leuten wurde er "Tod von Chorin" genannt, was er angeblich als schmeichelhaft ansah. Dieser Amtmann erhielt eines Tages einen Brief aus Berlin, ließ anspannen und verschwand in einem Berliner Gebäude, in der Nähe des Königstores.

"Er liebte seine Ruine" - Grabstein Karl Jordan

Sein Diener Johannes wartete geduldig, bis ihm jemand aus einem Fenster zurief, dass er nach Chorin zurückkehren könne.

Seinen Herren solle er am nächsten Tag abholen, was er auch gehorsam tat. Abzuholen hatte er aber am nächsten Tag einen Sarg, in dem der geköpfte Leichnam seines Herrn lag.

Grabsteine von Euphrosine Nobbe und August Nobbe mit rätselhafter Kugel

Den hatte man wegen seiner Freveltaten am geheiligten Kloster im geheimen zum Tode verurteilt.

In einer anderen Sage wurde der Amtmann zu einer jährlich vierzehntägigen Haftstrafe auf der Festung Spandau verurteilt, wo er eine schwere Kugel karren musste.

Gesamtansicht mit dem Amtssee, Luftaufnahme von Südwest 1930 (J.A. Schmoll)

Seinen Grabhügel sollte nach seinem Tode keine Blume, sondern eine steinerne Kugel zieren. Es ist anzunehmen, dass die Sagen um die so arg bestraften Amtsmänner von Chorin erst entstanden, als die Erhaltung von Denkmalen, wie Chorin, in das Blickfeld der Öffentlichkeit rückte.

 

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