Kloster Chorin

Geschichte, Geist und Gegenwart

 

 

 

Der Klosterbesitz (4/4)

Bei einer neuerlichen Bestätigung der Zollfreiheiten formulierte deshalb der Herzog zu Pommern ausdrücklich, dass dies nur für die Aus- und Einfuhr zum Bedarf des Klosters gelte.

Chorin-Scheune mit Weichdach

Zum Handel gehörten auch Lagerhäuser an Wasserstraßen und wichtigen Handelswegen. Überliefert ist der Kauf von Häusern in Angermünde, die wohl diesen Zwecken dienten.

1292 wurde dem Kloster Chorin der Erwerb von zwei Bürgerstellen in Angermünde bestätigt.7 Der Vermerk, dass diese sich in der Nähe der bereits vom Kloster erworbenen Haus- und Hofstelle befinden, belegt, dass es sich hier um eine Erweiterung eines bereits bestehenden Stadthofes handelte.

Blick auf Chorin

Er ist nicht mehr erhalten, befand sich aber wahrscheinlich an der Stelle, für die lange Zeit die Bezeichnung "Mönchshof" gebräuchlich war. Die Mönche und Konversen waren nicht nur als Landwirte und Händler tätig. Ihnen oblagen auch soziale Aufgaben.

Bereits dem Kloster Mariensee wurde das Hospital Barsdyn in der Nähe von Oderberg übereignet. Die zuvor von Prämonstratensern geleistete Kranken und Armenpflege mussten nun die Zisterzienser übernehmen. Nur wenig später scheint den Brüdern durch die Herrschaft von Greifenberg ein weiteres Hospital

Blick vom Rummelsberg, Brodowin

in Greifenberg zugeeignet worden zu sein, denn schon 1261 bestätigte der Abt von Chorin eine Schenkung zugunsten dieses Hospitals.8

Bis 1372 betrieben die Zisterzienser die Krankenpflege im Marienhospital Barsdyn. Auf ihre Bitte hin wurde es ihnen dann gestattet, das Hospital aufzugeben und dieses mit der Krankenanstalt im Kloster selbst zusammenzulegen.9

Nettelgraben mit Eisvogelbrücke

Der Landesherr verpflichtete sie aber, weiterhin Arme und Kranke aus Oderberg zu pflegen. Spätestens also zu diesem Zeitpunkt gehörte zur Klosteranlage Chorin auch ein Hospital.

Wo es sich befunden hat, ist nicht mehr lokalisierbar, zu viele Veränderungen hat es seither auf dem Klostergelände gegeben. Wie so vieles andere über das Wirken der Zisterzienser in der Region um Chorin ist uns auch das nur schriftlich überliefert.

Ruine der Wassermühle am Kloster Chorin

  1. Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Pr. Br. Fiep. 10B Zisterzienserkloster Chorin U 33/1
  2. ebenda U 25
  3. vgl. Schich, W.: Die Anlage des brandenburgischen Zisterzienserklosters Chorin in einem slawischen Siedlungsgebiet, in: Slowanie w Europie, Hg. von Zofia Kurnatowska, Wroclaw 1997
  4. Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Pr. Br. Rep. 10B Zisterzienserkloster Chorin U 11
  5. ebenda U 0/2
  6. ebenda U 50
  7. ebenda U 28
  8. ebenda U 1
  9. ebenda U 72

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