Kloster Chorin

Geschichte, Geist und Gegenwart

 

 

 

Der Klosterbesitz (1/4)

Verlässt man das Klosterareal, so fällt es schwer, Spuren zisterzienserischen Wirkens zu entdecken.

Dorf Chorin - in der Stiftungsurkunde Kloster Mariensee 1258 erwähnt

Die Zeit hat sie verwischt. Nur manche Gebietsnamen erinnern noch daran, dass die Territorien vormals zum Klosterbesitz gehörten. Zu nennen ist da zunächst die Mönchsheide zwischen dem Kloster und dem Fluss Finow.

Sie wurde dem Kloster Chorin 1304 von den Landesherren übereignet. Und auch die Bezeichnung "Weinberg" für den sich südlich des Klosters befindenden Hügel verweist auf seine frühere Nutzung.

Weidende Schafe in der Nähe des Schulzensees

An seinen Südhängen bauten die Mönche Wein an. In der Region sind kaum noch gegenständliche Zeugnisse des Einflusses der Zisterzienser auffindbar, deshalb muss man sich anderer Sachzeugen bedienen.

Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam und im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem befinden sich insgesamt 162 Urkunden, die das Kloster Chorin betreffen.

Weinberg gegenüber dem Kloster Chorin

Aus ihnen geht hervor, dass zum Kloster Chorin 13 Volldörfer und

Besitz in weiteren Dörfern zählten, zwei davon lagen in der Neumark.

Von den vier Dörfern, welche die Markgrafen dem Kloster bereits bei der Gründung übereigneten, existieren heute noch Chorin und Brodowin.

Weißer See bei Brodowin

In der Schenkungsurkunde werden die beiden Angerdörfer als slawische Siedlungen bezeichnet.

Scheinbar haben die Mönche in die Struktur beider Orte nicht wesentlich eingegriffen, denn keiner der beiden Ortsnamen taucht in einer späteren Urkunde wieder auf. Auf die einstige Verbindung zum Kloster weist in Chorin lediglich das Holzkreuz in der Kirche hin, das aus der Klosterkirche stammen soll.

Ruine der Prämonstratenser-Klosterkirche in Gramzow

Darüber hinaus besaß das Kloster zehn Seen in der Umgebung sowie die Fischerei im Ort Oderberg.2 Für die fast fleischlos lebenden Zisterzienser hatten Fischerei und Fischzucht besondere Bedeutung. Der eiweißhaltige Fisch war als Nahrungsmittel unentbehrlich.

Das Schilfrohr an den Seen diente den Mönchen zudem als Baumaterial.

Lunow-Blick zur Tabakscheune und zur Kirche

Doch die Seen waren nicht nur Nahrungslieferant, sondern auch Einnahmequelle. War die Bewirtschaftung eines Sees zu beschwerlich oder zu unergiebig für die Mönche, so haben sie wohl auch in Chorin diese Gewässer in Fischereipacht gegeben.

 

MALL-TOURS.de