Kloster Chorin

Geschichte, Geist und Gegenwart

 

 

 

Kloster Chorin im 20. Jahrhundert 

Mitte des 19. Jahrhunderts begann man mit dem Bau der Eisenbahnlinie Berlin-Stettin eine neue Etappe. 1902 bekam Chorinchen seine eigene Haltestelle. Von nun an kamen die Berliner sehr schnell in diese reizvolle Landschaft. Man konnte in gemütliche Gaststätten einkehren und zum Kloster wandern.

Choriner Musiksommer

Die herrliche Lage zog auch viele Großstädter zum Bauen eines eigenen Häuschens in die Gegend. Es entstanden in der Nähe des Klosters "Villa Raalz", "Haus Chorin", "Marienthal" und die "Neue Klosterschänke"

Es gab eine stetige Aufwärtsentwicklung der Besucherzahlen im Kloster. Unterbrochen wurde dies nur durch die zwei Weltkriege. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann man auch mit größeren Sanierungsarbeiten.

Blick ins Laienrefektorium, Abschluss der Sanierungsarbeiten 1997

Die Klosterkirche wurde beräumt, man brachte das Dach auf die mittelalterliche Höhe und setzte den heule weithin sichtbaren Dachreiter hinauf. Die Küchenfassade, die zur Sicherung im 19. Jahrhundert einen Strebepfeiler vorgesetzt bekam, wurde von diesem befreit, abgetragen und völlig neu aufgemauert.

Die sanierten Bereiche mit Fürstensaal, westlichem Kreuzgang und Kirche wurden 1911 dem Ministerium für geistliche, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten übergeben, wohl um diesen Bereich besser der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kloster Chorin von Osten - Blick über den Amtssee

Ein Ruinenwärter sorgte für Ordnung und Sauberkeit und mahnte stetig Erhaltungsmaß- nahmen an. Instandsetzungs- berichte der Jahre 1925 - 1939 fassen die wichtigsten Maßnahmen zusammen. Wohl das Bedeutendste war die Sanierung der Westfassade und Ostseite.

Bewuchs vor oder an den Mauern des Klosters setzte immer die Diskussion zwischen Naturdenkmalpflege und Baudenkmalpflege in Gang.

So stritt man sich bei der Sanierung der Westfassade um die große nunmehr 60 Jahre alte Thuja. Laut Ministerialerlass "wurde sie vor dem Einrüsten stillschweigend entfernt". Wenige Tage später begann die Arbeit an einem Erlass, wonach dieser Lebensbaum erhalten bleiben sollte.

Blick in den Klosterhof mit östlichem Kreuzgang und Klosterkirche

Ebenso umstritten ist bis heute der Bewuchs durch Efeu, der nachweislich Schaden anrichtet, ganze Verschalungen vom Mauerwerk drückt.

Man entschied sich 1926, den Efeu völlig zu entfernen und, um den poetischen Zusammenklang von Natur mit der Ruine zu erreichen, pflanzte man den kleinblättrigen, kletternden Wilden Wein. Bedeutend waren die Arbeiten, die zur Absenkung aller Bodenniveaus auf mittelalterliche Höhe führten. Das Brunnenfundament wurde dabei entdeckt.

Kloster Chorin - Pfortenhaus

In der Kirche fand man Teile der originalen Fliesen. Kreuzgänge und Fürstensaal waren ebenfalls ausgelegt. Die vorgesehene Verlegung von Fußbodenfliesen wurde erst 64 Jahre später, nämlich 1992, vorgenommen. 1950 setzten nach dem Krieg erneut Erhaltungsmaßnahmen ein.

Man bemühte sich seitens der Forstverwaltung "mit altgewohnter Fürsorge auch die Umgebung des Klosters in Ordnung zu halten." Die gesamtdenkmalpflegerische Zielstellung, erarbeitet 1993, ergab einen Finanzbedarf von etwa 15 Mio. Mark zur Sanierung aller Schäden. Kloster Chorin ist neben der Bedeutung als Architekturdenkmal auch Bildungsstätte, Ort der Besinnung, des Gebets und kultureller Veranstaltungen.

Das im ehemaligen Schafstall des Klosters am Ende des Wirtschafshifes gelegene neue Besucherzentrum

Seit September 1997 ist das Amt Britz-Chorin Träger des Klosters Chorin und damit zeichnet erstmals jeder Bürger verantwortlich. Das 21. Jahrhundert wird dieses Ensemble übernehmen und sicher bleibt "die Erhaltung eines solchen Denkmals Pflicht, um den schönen Schmuck dem Lande nicht zu entziehen..." (Schinkel, 1817)

 

MALL-TOURS.de