Kloster Chorin

Geschichte, Geist und Gegenwart

 

 

 

Kloster Chorin im 19. Jahrhundert 

Steinbruch und wiederentdecktes nationales Denkmal...

Das 19. Jahrhundert beginnt mit einer Neuverpachtung Chorins an August Nobbe für 82213 Th. 9 Gr. l Pf.. Er bemüht sich um eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Amtes durch Bodenverbesserung. 

Bekrönung des Westgiebels vor der Sanierung 1996

Ausräumung des Nettelgrabens, Entwässerung von Brüchen. Er legt eine neue Amtsbrennerei, -brauerei und -ziegelei an. Alles auf dem Amtshof also in der Klosteranlage. Die Ziegelei musste er aus Sicherheitsgründen verlegen. Des Amtsmanns Einnahmen verbesserten sich. Die Lage der Untertanen blieb schlecht.

Erst 1826 gelang es Bölkendorf, sich als erstes Dorf im Amt vom Naturaldienst zu befreien.

Innenansicht der Kirchenruine in Chorin Lithographie von L. Sachse (etwa 1850)

Referendar Schrader äußerte in seinem Bericht über die Zustände im Amt, dass hier noch 15 Jahre nach dem Edikt der preuß. Regierung "Barbarismus" herrschte, wo die Untertanen in "sklavischen Diensten" lebten. Die schlechtesten Bedingungen waren es auch für die Klostergebäude.

Die Sage über den Amtmann Nobbe, der wegen der Steinbrucharbeiten am Kloster verurteilt wird, ist beredtes Zeugnis dafür. Es hat sich sogar bei der Bevölkerung so im Gedächtnis erhalten. 1839 wurde das Amt Chorin aufgelöst und dem Domänen-Rentamt Neustadt- Eberswalde übertragen.

Westfassade des Klosters, Aufnahme Juli 1998

1817 entdeckte K. F. Schinkel die Klosteranlage Chorin. Er beschreibt sie als bau- und kunsthistorisch wertvolles Denkmal und setzt sich gegenüber der Generalverwaltung des Finanzministeriums für deren Erhaltung ein. Damit beginnt ein neues Kapitel für Kloster Chorin, 

denn auch die königliche Familie begreift Chorin als Denkmal von nationaler Bedeutung. Man darf von nun an in Chorin ohne Genehmigung nichts mehr verbauen. Um 1850 werden Reparaturarbeiten am Dach der Kirche (Schweinestall), Brauhaus und am Abthaus durch Regierungsbaurat Blew kontrolliert.

Fürstensaal

Zahlreiche Baubeweisungs- protokolle liegen vor. Im 19. Jahrhundert waren im Ostflügel anfangs Stallanlagen, später Wohnbereiche. Der Westflügel blieb Wirtschaftsbereich. Das Abthaus wurde durch die Einrichtung der Oberförsterei Verwaltungsgebäude und Wohnbereich.

Seit 1861 wurde Kloster Chorin durch das nun hier ansässige Forstamt verwaltet. Man beginnt mit Beräumungen von Klostergebäuden und Reparaturen. Von 1817-1828 werden aus der Kirche Einbauten entfernt. 1832 entdeckt man bei Schuttabtra- gungen in der Kirche die Grablegen.

Grzimek-Konsole mit Walter Ulbricht, Hilde Benjamin und Kurt Hager

Die Kirche wurde mit einem Fußbodenbelag versehen und stand seit 1885 zur Besichtigung offen. Auf vielen alten Postkarten erkennt man den großen Stützpfeiler, der zur Sicherung des Kirchengiebels errichtet wurde: er wurde 1910 beseitigt. In dem Zuge wurde die gesamte Fassade abgetragen und neu aufgemauert.

Die Amtskirche wird im Innenbereich 1833/34 erneuert. Die Ostfassade davor wird nach Schinkelschem Plan neugestaltet. Ende des 19. Jahrhunderts restauriert man den Fürstensaal, entdeckt dabei die Malereireste, man ergänzt Bekrönungen, weiterhin werden Maßwerke ersetzt. Kloster Chorin bekam ein schöneres Gesicht. Auch im Außenbereich wird gestalterisch gearbeitet.

Kloster Chorin - Zeichnung von Brecht (Zeitschrift für Bauwesen 1854)

Lenne zeichnet einen Situationsplan, der in Teilen umgesetzt wird. Amtmann Meyer gestaltet sein Wohnumfeld. Reste davon sind heute noch erkennbar. Lenne empfiehlt dem königlichen Oberamtmann Meyer 1833 das Pflanzen von 6 hochstämmigen und 6 niederstämmigen Kirschbäumen, 12 Apfel- und 12 Birnbäumen. Sie wurden wohl im östlichen Garten zum See hin gepflanzt.

 

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