|
Plawe, Brodowin und Chorin, dazu einige Seen, Wälder, das Hospital in Oderberg, die Ragöser Mühle, viele Hufen und Wiesen. Bestätigt wird ihnen Zollfreiheit in der ganzen Mark für den eigenen Bedarf an Kleidung und Nahrungsmitteln.
 
Interessant ist, dass die Urkunde vom Abt zu Chorin spricht, den es eigentlich noch nicht geben dürfte. Schon am 8. Februar nimmt auch Papst Gregor X. in Lyon das Zisterzienserkloster Chorin mit allen seinen Besitzungen auf und bestätigt es.
Auch Hermann und Heinrich, Bischöfe zu Kammin, bestätigen bereits 1270 dem Kloster Chorin den Zehnten von 120 Hufen im neumärkischen Streubesitz.

Offensichtlich war es ein längerer, andauernder Vorgang und man begann schon viel früher mit dem Bau in
Chorin, also ohne offizielle Baugenehmigung. So lässt sich auch erklären, dass der Bau Kloster Chorin schon um 1300 fertig war, was 1273 beginnend nicht möglich gewesen wäre.
Immer begann man beim Bauen mit dem Chorteil im Osten um den Gebetsraum für die Mönchsgemeinschaft zu haben. Es folgten die Unterkünfte und wichtigsten Funktionalräume im Ost- und Südflügel, wozu Sakristei, Kapitelsaal, Speisesaal und Schlafsaal gehörten.

Alles fehlt heute in Chorin. Der heute noch in Chorin vorhandene sogenannte Fürstensaal verbindet den zuletzt gebauten Westteil der Kirche mit dem Konversenflügel. Als Abschluss wurde die Schaufassade vor die Kirche gesetzt und das Kirchenschiff eingewölbt.
Was wir heute in Chorin staunend betrachten können, ist eines der hervorragendsten norddeutschen Backsteinbauten. Wenn auch vieles verloren ging, blieben doch die Zeugnisse erhalten, die uns die Bau- und Handwerkskunst der Zisterzienser vergegenständlichen. Die am Tag Maria Geburt ausgefertigte Urkunde ist der Beleg, der die 725-Jahrfeier im Jahr 1998 begründet.
|